Rente mit 67: Geschönte Arbeitslosenstatistik?

Ursache oder Beweis dafür, dass die Rente mit 67 später erfolgen muss? Unsere Auffassung: Solange nicht ausreichend Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer im regulären Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, wird die Diskussion zur Rente mit 67 nicht aufhören, weil deren Einführung sonst zu unsozialen Folgen für die Betroffenen Personenkreise führt.

Das ist aber eine Überraschung. Es wird von Politik und Presse festgestellt, dass die Arbeitslosenstatistik geschönt ist. Oder genauer: Das sie geschönt sein soll. Ist dies der Anfnag einer vollkommen neuen Debatte? Nein! Dieses Thema ist so alt, wie es die Arbeitslosenstatistik gibt. Immer wieder hat der Gesetzgeber es ermöglicht, dass diese Statistik kreativ gestaltet werden konnte. Sollte doch erreicht werden, dass nicht die tatsächliche Anzahl von Arbeitslosen ausgewiesen wird. Bekannt ist, dass schon immer die Anzahl der Arbeitslosen, die sich in Fortbildungsmaßnahmen / Umschulungsmaßnahmen befanden nicht mitgezählt wurden. Jetzt wird dieser Sachverhalt im Zusammenhang mit der Rente mit 67 (Beginn der Maßnahme in Stufen ab 1.1.12) thematisiert.

 

Die BILD Zeitung schreibt unter dem 28.12., dass die SPD-Fraktion sich Gedanken macht: Titel „SPD will die Einführung der Rente mit 67 verschieben“. Wenngleich ein solcher Vorstoß – (übrigens von anderen Kreisen – wie jetzt zum Beispiel durch den bayrischen Ministerpräsidenten Seehofer (CSU) getragen wird) – nicht allein davon abhängt, ob die Arbeitslosenstatistik geschönt ist, um einen  Grund zu finden um eine Verschiebung des Beginns der Rente mit 67 zu fordern.

Der Grund für eine Verschiebung der Rente mit 67 ist vorwiegend, die mangelnde Beschäftigungsmöglichkeit der älteren Arbeitnehmer!  Dass damit auch der Kreis, der nicht in der Statistik auftauchenden Arbeitnehmer in Fort- oder Umschulungsmaßnahmen mit zum Problem gehört, ist nicht zu bestreiten, zeigt doch auch dies, dass es für ältere Arbeitnehmer keine Bereitschaft bei den Firmen gibt, sie zu beschäftigen. Wenn aber eine Beschäftigung nicht erfolgt, dass hat eine Rente mit 67 nur den Effekt der Rentenminderung für die Betroffenen. Die Folge ist dann, dass der Kreis derjenigen die in die Altersarmut fallen vergrößert wird.<

Insoweit hat der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, Garrelt Duin Recht, wenn er ausführt, dass „die Zeit für die Rente mit 67 noch nicht reif ist“.