Mitgliederwanderung! TK-für unbeschränkten Zusatzbeitrag

(Eigenkommentar) WELT-online berichtete unter dem 21.02.09, dass (angeblich?) die Versicherten aufgrund der Beitragsgleichheit zu den großen Kassen abwandern. Grund: Die Beitragsgleichheit führt dazu, dass die Versicherten sich die Kasse mit der besseren Betreungsqualität auswählen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Vorschlag von Prof. Klusen, (Vorstandsvorsitzender TK)der zum Gesundheitsfonds. Er führte aus, dass nach seiner Meinung alle (Kassen) einen unbegrenzt hohen Zusatzbeitrag erheben dürfen sollten.. Wer diesen nicht zahlen könne, solle einen staatlichen Zuschuss bekommen.

Aussagen zur Mitgliederwanderung im Hauptartikel, der Vorschlag zur Systemveränderung vom Leiter der zurzeit größten Kasse versteckt ohne Zusammenhang zum Inhalt des übrigen Artikel dann zum Schluss.

Ist das wieder eine der üblichen Schnapsideen von Prof. Klusen, die von der Mehrheit der Verantwortlichen in der Sozialpolitik nicht mitgetragen wird, so ist doch der Vorstoß in diese Richtung mehr als ein unsinniger Ausrutscher! Sie ist ein Angriff auf die GKV.

Mit den Grundzügen der solidarisch finanzierten gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stimmt eine solcher Vorschlage zumindest nicht.überein. Klusen unverändert auf PKV Kurs?Schützenhilfe für die FDP und ihrem Ansinnen das System hin zur privaten Krankenversicherung zu verändern? Solchem Ansinnen widerspricht die DRV-Gemeinschaft entschieden.

Nachstehend der vollständige Artikel aus WELT Online

Gesundheitsfonds: Versicherte wandern zu den großen Kassen ab

Von Gisela Schütte 21. Februar 2009, 02:42 Uhr – WELT-online

Da die Beiträge jetzt gleich sind, suchen sich die Kunden die besten Versorgungsangebote – Zahl der deutschen Gesellschaften dürfte weiter sinken

Der Gesundheitsfonds, aus dem seit Anfang Januar die Krankenkassen finanziert werden, hat bislang fast einhellig Kritik erfahren – als zu gering ausgestattet und als teure bürokratische Umverteilungsstelle. Gleichwohl profitieren einzelne Krankenkassen von dem neuen Finanzierungsinstrument. Zwar nicht durch Zufluss zusätzlicher Mittel, wohl aber durch Zustrom neuer Mitglieder. Das sagte jetzt Norbert Klusen, Vorstandschef der Hamburger Techniker Krankenkasse (TK), die seit der Fusion mit der IKK Direkt größte deutsche Krankenkasse ist. „Seitdem der Beitragssatz aller Krankenkassen gleich hoch ist, gewinnen wir Mitglieder in Regionen, in denen Konkurrenten einen niedrigeren Beitragssatz hatten“, sagte Klusen gestern der Leipziger Volkszeitung. Rund 23 000 neue Mitglieder begrüßte die Kasse. Anlass für den Wechsel sei die Unzufriedenheit mit der bisherigen Kasse gewesen. Die TK hat seit der Fusion bundesweit rund fünf Millionen Mitglieder und 7,2 Millionen Versicherte. Das Haushaltsvolumen betrug 2008 rund 18,2 Milliarden Euro.

Kassenkonkurrent DAK (sechs Millionen Versicherte, Haushaltsvolumen 14,5 Milliarden Euro) zählte allein seit dem Jahreswechsel sogar schon 32 000 neue Mitglieder, sagte Sprecher Gerd Reinartz. Das seien 20 Prozent mehr Neukunden als sonst. Darunter seien auch viele Rückkehrer von früheren Billig-Kassen. Reinartz: „Umfragen haben ergeben, dass die Mitglieder damals wegen der Beiträge gingen und jetzt wegen der Betreuungsqualität wiederkommen.“

Für Günter Ploß, Leiter der Landesvertretung Hamburg des Ersatzkassenverbands VDEK, ist das Verhalten der Versicherten nicht verwunderlich. Da die Beiträge der Kassen jetzt gleich sind, suchten sich die Kunden die besten Versorgungsangebote. „Der Trend wird sich fortsetzen.“ Früher war der Beitragssatz für viele Versicherte entscheidend für die Kassenwahl. Sie wanderten von den großen und teuren Kassen ab zu den kleinen, günstigen BKK.

Jetzt ist der Preis für alle gleich, und die Kassen müssen mit Leistungen um die Versicherten kämpfen. „Qualität zählt“, sagt Reinartz. Beratung, Service, besondere Tarife und Bonuszahlungen locken. So kooperiert die TK in Hamburg mit einem medizinischen Versorgungszentrum, die DAK motiviert ihre Mitglieder mit einem „Balance“-Tarif zur Prävention und zahlt einer vierköpfigen Familie pro Jahr bis zu 600 Euro zurück, wenn die Mitglieder gesund leben und Sport treiben. Folge der Konkurrenz wird laut Ploß eine Bereinigung der Kassenlandschaft sein. Vor zwölf Jahren gab es noch 1300 Krankenkassen.

Aktuell sind es noch 192. Viele Kassen verschwanden durch Übernahme oder Fusion – siehe das jüngste Beispiel TK. Und die Kaufmännische Krankenkasse Hannover (KKH) fusionierte mit der Betriebskrankenkasse der Allianz. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte bereits prophezeit, am Ende werde es nur noch 50 Kassen geben. Ploß sagte: „Das ist völlig offen, dafür braucht man auch keine Vorschriften, denn das regelt der Markt.“ Sicher ist für den Hamburger Verbandschef, dass vor allem die kleinen Kassen Probleme bekommen. Denn nach Gesetzeslage müssen die Kassen inzwischen auch für die Versorgungsstrukturen garantieren. Das aber funktioniert nur mit großen Unternehmen oder Versorgungsverbünden.

Klusen fordert unterdessen Änderungen am Fonds. Die Kassen sollten seiner Meinung nach einen unbegrenzt hohen Zusatzbeitrag erheben dürfen. Wer diesen nicht zahlen könne, solle einen staatlichen Zuschuss bekommen.

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